EEG Änderungen 2016

Änderungen am Eigenstromverbrauch

Achtung: Betroffen sind alle Eigenversorger mit Anlagen größer 10 kWp und Stromliefervereinbarungen.

Der EEG-Novelle 2014 haben wir es zu verdanken, dass die Versorgung mit eigenproduziertem Strom aus Erneuerbaren Energien grundsätzlich der Zahlung der EEG-Umlage unterliegt. Dies betrifft sowohl Eigenversorger als auch Stromlieferungen an Dritte. Anlagenbesitzer müssen nun in bestimmten Fällen eine Meldung Ihrer Erträge an die Energieversorger und die Bundesnetzagentur abgeben.

Es gibt auch Ausnahmen. Ob und was Sie unternehmen müssen, erfahren Sie hier.

Paragrafensymbol


Die gute Nachricht:

Anlagen die vor dem 1.8.2014 in Betrieb genommen wurden und vor dem Stichtag bereits zur Eigenversorgung genutzt wurden, genießen Bestandsschutz und sind daher ausgenommen.

Ebenso sind auch Anlagen mit maximal 10 kWp installierter Modulleistung und gleichzeitig maximal 10.000 kWh jährlichem Eigenverbrauch nicht zur Zahlung der „Sonnensteuer“ verpflichtet.

Alle übrigen PV-Anlagen, die entweder größer als 10 kWp sind und nach dem 1.8.2014 installiert oder zu einem späteren Zeitpunkt auf Eigenverbrauch umgestellt wurden oder pro Jahr mehr als 10.000 kWh Eigenstrom verbrauchen, haben eine Mitteilungspflicht des selbst erzeugten und verbrauchten Stroms gegenüber dem Netzbetreiber und der Bundesnetzagentur.


Die neue Regelung:

Mitteilungspflicht gegenüber dem Netzbetreiber bis zum 28. Februar des Folge-Jahres.

Gemäß § 74 S. 1 und 3 i. V. m. § 61 Abs. 1 S. 4 EEG i. V. m. § 9 Abs. 2 AusglMechV dazu verpflichtet, ihre im Wege der Eigenversorgung selbst erzeugte und verbrauchte Strommenge für die Endabrechnung der EEG-Umlage für das vorangegangene Kalenderjahr bis spätestens zum 28. Februar dem Netzbetreiber mitzuteilen. Im Übrigen gilt dies auch für kleine KWK-Anlagen die pro Jahr mehr als 10.000 kWh Eigenverbrauch erzielen.

Melden Sie auch Eigenstrom der nicht EEG umlagepflichtig ist – eine konkrete Strommenge muss hier wegen der Umlagebefreiung nicht gemeldet werden. Für PV-Anlagen, die den Strom ganz oder teilweise an einen Dritten liefern (z. B. Einliegerwohnung, Lieferung an das Gewerbe, usw.), fallen unabhängig ihrer Größe unter die EEG-Umlage.
ACHTUNG: Sofern Sie Strom an Dritte liefern, muss die Meldung bis zum 28.02. an den Übertragungsnetzbetreiber erfolgen (in unserer Region i. d. R. TransnetBW). Können die Strommengen nicht eichfähig gemessen werden, sollten Sie eine realistische Schätzung vornehmen und diese abgeben. Die Meldefrist gilt für das gesamte Kalenderjahr 2015 und auch das gesamte Kalenderjahr 2014 ( nicht nur ab dem Zeitraum 01.08.2014-EEG2014)

Sie sind hiervon betroffen? Sprechen Sie uns an! Eventuell gibt es bessere Möglichkeiten für den Betrieb Ihrer Photovoltaik-Anlage.


Wie muss die Meldung erfolgen?

Um sich abzusichern, melden Sie sich selbst schriftlich bei Ihrem Netzbetreiber.

Da Anlagen, die größer 10 kWp sind, über einen sogenannten „PV-Erzeugungszähler“ verfügen, stellt der Netzbetreiber anhand der jährlichen Ablesedaten die eigenverbrauchten kWh fest und rechnet auf dieser Basis die EEG-Umlage ab. Sie möchten sich absichern? Dann empfehlen wir Ihnen dringend sich bis zum 28.02. telefonisch oder besser schriftlich an Ihren Netzbetreiber zu wenden und die Meldung über selbsterzeugte und verbrauchte kWh zusätzlich vorzunehmen. Die Meldungsprozedur an die Bundesnetzagentur finden Sie hier.

Hierbei ist wichtig dass die Meldung am Stichtag 28.02.2016 nicht nur abgegeben, sondern auch bei den Empfängern eingegangen ist. Zur Sicherheit sollten Sie ihre Meldung nicht nur per Email sondern auch per Fax durchführen! Um absolut sicher zu gehen, raten wir Ihnen, die Meldungen sowohl an die Bundesnetzagentur, an den örtlichen Netzbetreiber und auch an den Übertragungsnetzbetreiber fristgerecht zu veranlassen.


In der Kurzübersicht:

Wann ist was zu tun?

Wer ist meldepflichtig?

  • Photovoltaik-Anlagen mit Inbetriebnahme nach dem 01.08.2014 und mit einer Leistung von mehr als 10 kWp.
  • Photovoltaik-Anlagen, die erst nach diesem Stichtag auf Eigenverbrauch umgestellt wurden und mit einer Leistung von mehr als 10 kWp.
  • Photovoltaik-Anlagen, die pro Jahr mehr als 10.000 kWh Eigenstrom verbrauchen.
  • Photovoltaik-Anlagen, die den erzeugten Strom ganz oder teilweise an Dritte liefern. Es besteht KEIN Bestandsschutz!

Wer ist nicht meldepflichtig?

  • Photovoltaik-Anlagen mit Inbetriebnahme vor dem 01.08.2014, welche auch bereits vor diesem Zeitpunkt zur Eigenversorgung genutzt worden sind.
  • Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von maximal 10 KWp und einem maximalen jährlichem Eigenverbrauch von 10.000 kWh.

Was ist zu tun?

  • Meldung der erzeugten Strommengen fristgerecht bis 28.02.2016 (Eingangsdatum) sowohl per Email, als auch per Fax an die Bundesnetzagentur, den örtlichen Netzbetreiber und den Übertragungsnetzbetreiber absenden.
  • Für das Kalenderjahr 2014 und 2015 müssen die eigenverbrauchten und letztverbrauchten Strommengen ebenfalls rückwirkend gemeldet werden.
  • Auch Eigenstrom, der nicht EEG-umlagepflichtig ist, sollte zur Sicherheit gemeldet werden. Eine konkrete Strommenge muss hier aufgrund der Umlagebefreiung nicht angegeben werden.
  • Eigenverbrauchte und letztverbrauchte Strommengen sowohl aus dem Kalenderjahr 2015, als auch aus dem Jahr 2014 müssen gemeldet werden.
  • Die Formulare der Bundesnetzagentur, dem örtlichem Netzbetreiber und dem Übertragungsnetzbetreiber nutzen und ausgefüllt zurücksenden.

Welche anderen Möglichkeiten habe ich?

  • Sie sind hiervon betroffen? Sprechen Sie uns an! Eventuell gibt es bessere Möglichkeiten für den Betrieb Ihrer Photovoltaik-Anlage.